Terra X - Woher kommt die Gesichtsmaske? (CC BY 4.0)

Woher kommt die Gesichtsmaske?
Aus China. Auf die Initiative des jungen Arztes Wu Lien-teh, der 1911 einen Zusammenhang zwischen Atemluft und Infektion herstellte. Seit Herbst 1910 Jahr tobte die Lungenpest in der Mandschurei.

Warum wurde die Maske erfunden?
Die Vermutung einer Tröpfcheninfektion lag buchstäblich “in der Luft”. Daher ließ Wu Mundschutze aus Baumwolle nähen. Zuerst wurde er nicht ernst genommen. Konservative Kollegen bestanden darauf, dass die Lungenpest nur von Ratten übertragen würde. Dies ging so weit, dass ein prominenter Arzt mutwillig Patienten ohne Maske behandelte. Kurz darauf verstarb dieser an der Lungenpest.

Woher kam diese Ablehnung?
Bakterien wurden erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verlässlich nachgewiesen und waren in der medizinischen Welt längst nicht flächendenkend anerkannt. Und die Virologie war erst ein gutes Jahrzehnt alt.

Wie funktioniert die Maske?
Sie dämmt die Verbreitung von Tröpfchen ein und sorgt so dafür, dass weniger Personen angesteckt werden. Denn über Mund- und Nasenschleimhaut kann man Keime verbreiten und empfangen. Durch Husten, Niesen oder sogar Atmen. Obwohl die Lungenpest eine bakterielle Infektion ist, half dieselbe Maske einige Jahre später zur Eindämmung einer viralen Pandemie, der “Spanischen Grippe”. Über die Jahrzehnte wurde die Maske verfeinert, mittlerweile gibt es solche, die sowohl Träger als auch Nichtträger schützen.

Warum gehört die Maske in Asien zum Alltag?
Über die Jahrzehnte geriet sie in der westlichen Welt in Vergessenheit. Das lag vor allem daran, dass es dort bis Ende der 1950er Jahre keine nennenswerten Epidemien gab außer der Spanischen Grippe. In China gab es jedoch diverse Krankheitsausbrüche, bei denen sich der Gesichtsschutz bewährte. Daher waren Masken bald von der Regierung vorgeschrieben. So sind sie dort längst im Alltag angekommen.

Den entsprechenden Terra X-Videoclip finden Sie hier.

CC BY-SA 4.0
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