Gas.de stellt Belieferung ein – was nun?

Verbraucherzentrale Euskirchen gibt Betroffenen praktische Tipps und Handlungsempfehlungen

Anfang Dezember hat die gas.de Belieferungsgesellschaft mbH, auch bekannt unter der Marke „Grünwelt Energie“, für zahlreiche Verbraucher:innen plötzlich die Gaslieferung eingestellt. Erst Tage später wurden Betroffene vom Energieversorger persönlich darüber informiert, der im gleichen Schreiben ebenfalls die Kündigung des Liefervertrages erklärte. Monika Schiffer, Leiterin der Beratungsstelle Euskirchen der Verbraucherzentrale NRW, erklärt die Rechtslage und gibt Tipps für Betroffene zum Umgang mit dem Belieferungsstopp.

  • Ist die Kündigung des Energieliefervertrages rechtlich zulässig?
    Nach Auffassung der Verbraucherzentrale existiert keine Rechtsgrundlage für die Kündigung der Lieferverträge. Eine Kündigung durch „gas.de“ ist damit unwirksam und unzulässig.
  • Sollten Betroffene auf der Weiterbelieferung durch „gas.de“ bestehen?
    Die Wiederaufnahme der Belieferung ist rechtlich möglich. Dazu sollte der Anbieter schriftlich zur Wiederbelieferung aufgefordert werden. Einen entsprechenden Musterbrief bietet die Verbraucherzentrale NRW zum Download an. Zeigt sich der Anbieter nicht einsichtig, müsste die Wiederbelieferung letztlich gerichtlich durchgesetzt werden. Betroffene Verbraucher:innen sollten daher prüfen, ob eine Weiterbelieferung finanziell sinnvoll ist, indem sie die Laufzeit ihres Vertrages überprüfen und den zeitlichen Ablauf einer etwaigen Preisgarantie dabei berücksichtigen. Unterstützung bei der Entscheidung bietet die Beratungsstellen in Euskirchen der Verbraucherzentrale NRW.
  • Können Kund:innen Schadensersatz einfordern und den Anbieter wechseln?
    Da die Kündigung des Belieferungsvertrages rechtlich unzulässig ist, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, einen Schadensersatz gegenüber „gas.de“ einzufordern und den Anbieter zu wechseln. Die Höhe des Schadensersatzes richtet sich nach den Mehrkosten. Diese ergeben sich aus der Differenz zwischen dem gas.de-Tarif und einem neuen Tarif eines alternativen Energieversorgers und dem Gasverbrauch während der Restlaufzeit des Vertrages bei „gas.de“. Auch dazu bietet die Verbraucherzentrale NRW einen Musterbrief zum Download an.
  • Was sollten Betroffene bei der Abwicklung des Vertragsverhältnisses mit „gas.de“ nach dem Belieferungsstopp beachten?
    Im ersten Schritt sollten mögliche Daueraufträge oder entsprechende Lastschriften beim Bankinstitut gestoppt werden. Betroffene sollten den aktuellen Zählerstand ablesen und ihrem Grundversorger und „gas.de“ mitteilen. Für die Abschlussrechnung bei „gas.de“ ist die Höhe der Gaskosten bis zum 02. Dezember 2021 mit den gezahlten Abschlägen zu vergleichen. Abschließend sollten Kund:innen „gas.de“ schriftlich zum Schadensersatz auffordern.
  • Von welchem Energieversorger erhalten Betroffene nach dem Belieferungstopp ihr Gas?
    Nach dem Belieferungsstopp durch „gas.de“ stehen Betroffene nicht unmittelbar ohne Gas da, sondern fallen in den Ersatzversorgungstarif ihres Grundversorgers. Der zuständige Grundversorger kann beim Netzbetreiber erfragt werden. Der Netzbetreiber ist in der Regel auf der jeweiligen Energierechnung zu finden. Alternativ kann der Grundversorger durch Eingabe der Postleitzahl über ein Vermittlungsportal ermittelt werden. Allerdings führen einige dieser Grundversorger aktuell einen in der Regel teuren Grundversorgungstarif für Neukunden ein. Betroffene, die in Folge des Belieferungstopps diesen teuren Neukundentarif der Grundversorgung fallen, sollten im ersten Schritt schriftlich Widerspruch einlegen und den Grundversorger dazu auffordern, das Preisniveau auf das der Bestandskund:innen anzugleichen. So kann später ein möglicher Schadensersatz geltend gemacht werden.
  • Wie findet man einen neuen Gasanbieter?
    Betroffene sollten sich möglichst kurzfristig einen preisgünstigeren Anbieter etwa über Vermittlungsportale suchen, falls der Grundversorgungstarif überteuert ist. Aber auch hier gilt Vorsicht, denn nicht immer stimmen Suchergebnis im Portal und tatsächliches Vertragsangebot überein. Ob der Tarif wie im Portal beschrieben verfügbar ist, sollte daher beim Anbieter selbst überprüft werden. Überprüfen sollten Betroffene auch, ob die Kosten des Vergleichstarifs, mit denen das Portal rechnet, auf sie zutreffen.

Weiterführende Infos und Links:

 

Die Verbraucherzentrale in Euskirchen bietet zu den Fragestellungen
Beratung an und ist unter Tel. 02251 5064501 oder per Email an
erreichbar.


Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 506 45 01
Fax: 02251 506 45 07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen

Unsere Beratungsstelle Euskirchen wurde durch das Starkregenereignis am 15.07.2021 komplett zerstört. Aufgrund der aktuellen Situation können bis auf weiteres keine persönlichen Beratungstermine in der Beratungsstelle stattfinden. Telefonisch und per Email sind wir erreichbar.

Besserer Schutz bei Kontopfändung

Pfändungsschutzkonto

Die wichtigsten Änderungen zum P-Konto im Überblick
Wird ein Girokonto gepfändet, kann es für Betroffene schnell existentiell eng werden: Bargeld kann nicht abgehoben, Einkäufe können nicht gezahlt, Miete und Stromkosten können nicht überwiesen werden. Damit nicht alles verloren ist, haben Betroffene die Möglichkeit, ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln.Das sogenannte P-Konto schützt Kontoguthaben bis zu einem bestimmten Freibetrag vor dem Zugriff von Gläubigern. Ab dem 1. Dezember treten Änderungen zum P-Konto in Kraft, die bessere Schutzmöglichkeiten für Verbraucher:innen beinhalten. Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen:
  • Gemeinschaftskonto
    Gemeinschaftskonten können nicht in P-Konten umgewandelt werden. Das Guthaben auf Gemeinschaftskonten lässt sich jetzt aber innerhalb eines Monats nach der Pfändung schützen. Kontoinhaber:innen können während dieses Monats die Aufteilung des Guthabens und die Übertragung des eigenen Anteils auf ein Einzelkonto verlangen.
  • Umwandlung
    Es gibt einen nun auch per Gesetz klar gestellten Anspruch auf Umwandlung eines Girokontos in ein P-Konto - auch ohne Pfändung und auch bei Konten im Minus. Ein P-Konto bietet automatisch einen Pfändungsschutz von 1.260 Euro je Kalendermonat. Ebenso wurde das Recht auf Rückumwandlung in ein reguläres Girokonto ausdrücklich geregelt.
  • Konto im Minus
    Ist das Konto im Minus, konnten bislang nur Sozialleistungen und Kindergeld vor Pfändung und Verrechnung geschützt werden. Andere Einkünfte, zum Beispiel Lohn oder Rente, waren für überschuldete Kontoinhaber:innen oft nicht mehr verfügbar. Hier greift für P-Konten ab dem 1. Dezember ein gesetzliches Auf- und Verrechnungsverbot im Rahmen der geltenden Freibeträge. Diese stehen auf dem P-Konto dann im Guthaben zur Verfügung.
  • Verlängerte Ansparmöglichkeit
Ein nicht verbrauchter Teil des Freibetrags bleibt nun auch noch in den nächsten drei Monaten geschützt. Bislang konnte es nur einmal in den Folgemonat übertragen werden. So kann beispielsweise Geld für größere Anschaffungen gespart werden. Zusätzlich gilt das sogenannte „First In – First Out“-Prinzip: jede Abbuchung verbraucht dabei zuerst das älteste noch vorhandene Guthaben.
  • Bescheinigungen
Es werden neue Regelungen zur Geltungsdauer von Bescheinigungen eingeführt, sodass Kreditinstitute nicht mehr willkürlich und ohne Vorwarnung bisherige Bescheinigungen unberücksichtigt lassen können. Außerdem wird der Zugang zu Bescheinigungen erleichtert, damit mehr Kontoinhaber:innen auch tatsächlich die Freibeträge in voller gesetzlich vorgesehener Höhe zur Verfügung stehen.
  • Informationspflichten
    Die Kreditinstitute haben nun Informationspflichten über den zur Verfügung stehenden Freibetrag und auch das im nächsten Monat pfändbar werdende Guthaben. Diese wichtigen Informationen waren bislang für Inhaber:innen von P-Konten oft nicht eindeutig erkennbar.
Weiterführende Infos und Links:
Ausführliche Hinweise zu Fragen rund um das P-Konto finden Sie auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter:
 
 
Die Verbraucherzentrale in Euskirchen bietet Beratung zum Thema P-Konto an unter Tel: 02251 5064501 oder per Email an
 
Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 506 45 01
Fax: 02251 506 45 07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen
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Servicezeiten:
Mo. 09:00-13:00 Uhr
Di. 09:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Do. 09:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Fr. 09:00-13:00 Uhr

 

Corona - Newsletter

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
anbei finden Sie die aktuellen Newsletter der Kreisverwaltung Euskirchen vom 11.06.2021 mit u.a. Informationen zum digitalen Impfpass und derzeitigen Regeln.
 
Wir bitten erneut um Ihre Mithilfe, wenn es darum geht diese  Information zu streuen.
 
Manche Personengruppen sind teilweise schwer zu erreichen. Deshalb bitten wir Sie, die Informationen aus diesem Newsletter an alle Menschen, die Sie persönlich erreichen können, weiterzugeben. Angefangen bei Familienangehörigen über Freunde, Bekannte, Nachbarn u.s.w.
 
Weitere aktuelle Informationen sind auf dem Coronaportal und unseren Kanälen auf Facebook und Instagram zu finden.
 
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Corona - Newsletter

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
anbei finden Sie die aktuellen Newsletter der Kreisverwaltung Euskirchen vom 21.05.21 und eine Grafik zu den Corona-Regelnsowie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema "Schnelltest" im Kreis Euskirchen.
 
Wir bitten erneut um Ihre Mithilfe, wenn es darum geht diese  Information zu streuen.
 
Die Personengruppen mit aktuellem Anspruch auf eine Schutzimpfung, u.a. Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, sind teilweise schwer zu erreichen. Deshalb bitten wir Sie, die Informationen aus diesem Newsletter an alle Menschen, die Sie persönlich erreichen können, weiterzugeben. Angefangen bei Familienangehörigen über Freunde, Bekannte, Nachbarn u.s.w.
 
Weitere aktuelle Informationen sind auf dem Coronaportal und unseren Kanälen auf Facebook und Instagram zu finden.
 
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Hilfen zum Online-Shopping in der EU

Gerne verweisen wir auf eine Anlaufstelle und ihre Dienste für ein grenzüberschreitendes Einkaufen in der EU.
 
Die neue Broschüre "Wer hilft mir weiter " der eCommerce-Verbindungsstelle liegt vor.
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Internet als Marktplatz für Waren und Dienstleistungen hat durch die Corona-Krise einen kräftigen Schub erfahren: Online-Shopping wird bei Verbrauchern immer beliebter. Und auch für Unternehmer wird es immer wichtiger, mit den Kunden in Kontakt zu bleiben.
 
Doch wer kann Verbrauchern helfen, wenn das gekaufte Produkt im Zoll hängenbleibt oder man nach dem Kauf unerwünschte Werbung im eMail-Postfach findet? Oder wenn man Handwerker aus einem anderen EU-Land beauftragen möchte? Wer kann Unternehmern helfen, die einen Online-Shop eröffnen oder für den eigenen Handwerksbetrieb im Internet Werbung machen oder sich Märkte im EU-Ausland erschließen möchten?
Die neue Broschüre der eCommerce-Verbindungsstelle gibt sowohl Verbrauchern als auch Unternehmern hilfreiche Adressen zu verschiedenen Themen an die Hand. Die Adressen reichen von Beratungsstellen für Unternehmer und Verbraucher, über Schlichtungsstellen bis hin zu Aufsichts- sowie Strafverfolgungsbehörden.
 
Die Printversion der Broschüre kann kostenlos per Mail bei bestellt werden. Auch größere Mengen sind kein Problem. Der Versand ist ebenfalls kostenlos.
 
Ines Danzeisen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Communication | Press affairs
Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland 
Bahnhofsplatz 3 | 77694 Kehl
T +49 (0) 78 51.991 48 50 | F +49 (0) 78 51.991 48 11
Unter dem Dach des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. | www.cec-zev.eu
Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland ist Teil des Netzwerkes der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net). Wir verarbeiten Ihre Daten nur, um Ihre Anfragen und Beschwerden zu bearbeiten. Genauere Informationen über den Schutz Ihrer Daten finden Sie auf unserer Webseite unter Datenschutz.
 
Die Europäische Kommission führt eine Umfrage zu den Europäischen Verbraucherzentren durch. Die Beantwortung dauert nur wenige Minuten und kann helfen, unseren Service weiter zu verbessern.


 

Seniorenportal stellt neue Kategorie "Digitales" vor

„Das Seniorenportal hat unter Rat & Tat eine neue Kategorie "Digitales". Wir stellen hier u.a. Apps vor, die besonders für Senioren interessant sind. Diese Apps können als kleine Helferlein das tägliche Leben vereinfachen, sicherer, aber auch spannender machen.
Drei Apps wurden bereits kommuniziert (Heimfinder, MyTherapy, Mein Notruf). Weitere Apps folgen in kürze.

Ausserdem planen wir auf technische Fragestellungen einzugehen, die besonders für Senioren interessant sein können.

Wir würden uns freuen, wenn wir zu den vorgestellten Apps und Ihren Wünschen an weiteren Digital-Themen Rückmeldungen und Anregungen von Ihnen erhalten würden. Wir hoffen dann noch gezielter auf Ihre Wünsche und Interessen eingehen zu können.