die Sonne einfangen

 
 
 
 
 
die Sonne einfangen
Verbraucherzentrale NRW startet Solarstrom-Kampagne
 
  • Die Zukunft gehört der Sonne und alle können mitmachen
  • Großes Potenzial für private Photovoltaikanlagen in NRW
  • Vielseitige Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene
Als Privathaushalt der eigene Stromversorger zu werden, ist heute auf vielfältige Weise möglich. Ob mit dem kompakten Stecker-Solargerät am Balkon oder der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach. Verbraucher:innen können aktiv etwas für den Klimaschutz tun, ihren eigenen Solarstrom nutzen, unabhängiger vom Energieversorger werden und dabei langfristig Geld sparen. Wie das geht und was zu beachten ist, zeigt die Verbraucherzentrale NRW mit ihrer neuen, landesweiten Informationskampagne „Solarstrom@home“.
 
Solarstrom für den Eigenbedarf produzieren, die Energiekosten senken und aktiv zum Klimaschutz beitragen. Für Verbraucher:innen in Nordrhein-Westfalen bieten sich dazu vielfältige Möglichkeiten. Aktuell werden nur drei Prozent der Stromerzeugung im bevölkerungsreichsten Bundesland mit Solarstrom abgedeckt. Dabei entspricht das Sonnenpotenzial in NRW fast der Hälfte des heutigen Stromverbrauchs im Land. Eine gute Gelegenheit für Verbraucher:innen, Teil einer klimaschützenden Energiewende zu werden. Und das Charmante daran – jede:r kann mitmachen, ob auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Hausdach.
 
Solartechnik für jeden Haushalt
Aller Anfang ist leicht. Nicht alle Verbraucher:innen haben die Möglichkeit, sich direkt eine große Photovoltaikanlage auf ihr Eigenheimdach zu bauen. Mitmachen und die Sonne ins Haus holen kann aber jede:r. „Stecker-Solargerätekönnen im Regelfall mit wenig Aufwand aufgebaut und angeschlossen werden“, erklären Werner Reiner der Energieberater der Verbraucherzentrale in Euskirchen und Beratungsstellenleiter Monika Schiffer. „Das Sonnenkraftwerk für den Balkon besteht aus ein bis zwei Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter, der den Gleichstrom der Anlage in 230-Volt-Wechselstrom für den Haushalt umwandelt. Kostenpunkt pro Modul, Wechselrichter und Montagevorrichtung ab 500 Euro. Damit lassen sich jährlich, pro Modul und je nach Standort, 300 Kilowattstunden Strom erzeugen. Bei einem Zweipersonenhaushalt entspricht das ungefähr dem Jahresverbrauch einer Spül- oder Waschmaschine“. Besitzer:innen von Eigenheimen können sich auf das Hausdach ihr Sonnenkraftwerk bauen lassen, ihr eigener ökologischer Stromversorger werden und das Energiemanagement im Haus optimieren. „Bei allen modernen Photovoltaikanlagen spielt der Eigenverbrauch und damit die Einsparung von Energiekosten eine zentrale Rolle. Das Stichwort ist hier die sogenannte Sektorkopplung mit den hausinternen Schnittstellen Strom, Wärme und Mobilität“, erläutert Energieexperte Werner Reiner. „Mit dem selbsterzeugten Solarstrom lassen sich Batteriespeicher, Wärmepumpe und Elektroheizstäbe für Heizung und Warmwasseraufbereitung speisen. Ebenso können über die hauseigene Ladestation das E-Auto und die E-Bikes mit der Sonnenenergie vom eigenen Dach geladen werden.“
 
Fördermöglichkeiten rund um die Sonne
Der Gesetzgeber hat eine Vielzahl an Programmen aufgelegt, um den Erwerb, die Inbetriebnahme und Modernisierung von Photovoltaikanlagen durch Privathaushalte zu fördern. Die KfW-Bank und das Land Nordrhein-Westfalen, sowie Kommunen und Energieversorger vergeben unterschiedlichste Zuschüsse und Darlehen. Auch über die Einspeisevergütung für den erzeugten und ins Netz eingespeisten Strom werden Solaranlagen finanziell gefördert. Im Rahmen der Kampagne „Solarstrom@home“ bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonnenseiteumfangreiche Informationen zur Planung, Inbetriebnahme und Förderung von Solarstromanlagen für private Verbraucher:innen.
 
Termine für Beratungen können Interessierte vereinbaren unter 02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen), unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder per Email an .
 
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Die Kampagne „Solarstrom@home“findet statt im Rahmen des Projekts Energie2020plus der Verbraucherzentrale NRW, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

Sollten Verbraucher:innen ihren Impfstatus speichern lassen?

 
Schneller Check-In im Fitnessstudio
Sollten Verbraucher:innen ihren Impfstatus speichern lassen?
 
Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf derzeit in NRW ins Fitnessstudio, ins Kino oder in die Innengastronomie. Dafür muss bei jedem Besuch ein entsprechender Nachweis vorgezeigt werden. Gerade Dienstleister mit einer Stammkundschaft möchten den Check-In einfach und bequem halten. Daher bieten erste Fitnessstudios die Speicherung des persönlichen Impfstatus in ihrer Mitgliederdatenbank an. Was auf den ersten Blick als kundenfreundliche Lösung erscheint, sollte jedoch mit Bedacht abgewogen werden. „Immer wenn Verbraucher:innen personenbezogene Daten preisgeben, besteht das Risiko, dass ihre Daten zweckentfremdet oder missbräuchlich genutzt werden könnten”, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Darauf sollten Verbraucher:innen achten:
 
- Impfstatus speichern – ist das legal?
Die Registrierung des Impfstatus zählt zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten. Nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kann eine solche Speicherung zulässig sein, wenn die Verbraucher:innen ausdrücklich und freiwillig eingewilligt haben. Wichtig ist hierbei, dass eine echte Wahl besteht, die Einwilligung auch zu verweigern. Müssten die Mitglieder eines Fitnessstudios ihren Impfstatus registrieren lassen, um überhaupt dort trainieren zu können, kann die Verarbeitung prinzipiell nicht auf eine Einwilligung gestützt werden. Können die Mitglieder hingegen selbst entscheiden, entweder ihren Impfstatus registrieren zu lassen oder ihren Getestet-/Genesen-/Geimpft-Nachweis im Rahmen einer Sichtkontrolle beim Einlass vorzuzeigen, wird die Einwilligung und mit ihr die Registrierung in der Regel zulässig sein. Ein seriöser Anbieter wird in diesem Fall die Erteilung der Einwilligung schriftlich oder elektronisch festhalten. Verbraucher:innen können die Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen
 
- Mit persönlichen Daten geizen:
Verbraucher:innen sollten generell sparsam mit ihren Daten umgehen. Das betrifft insbesondere die Weitergabe von sensiblen Gesundheitsdaten wie dem Impfstatus. Das Risiko von Datenmissbrauch kann nie ausgeschlossen werden, selbst wenn ein Fitnessstudiobetreiber höchste Sicherheitsstandards an die Datenverarbeitung legt und sämtliche datenschutzrechtliche Pflichten erfüllt. Daher sollte man sich gut überlegen, ob die gesparte Wartezeit beim Einlass ins Fitnessstudio die Speicherung des Impfstatus auf dem Server des Anbieters oder gar in der Cloud wert ist.
 
- Impfnachweis ohne Datenweitergabe:
Die Sichtkontrolle beim Einlass ist im Hinblick auf den Datenschutz die risikoärmere Form, den Impfnachweis zu erbringen. Dies kann über den Impfpass und das digitale Covid-Impfzertifikat der EU erfolgen - entweder in ausgedruckter Form oder digital abgespeichert in der Corona-Warn-App oder der CovPass-App. Im Vergleich zum Impfpass auf Papier bietet die digitale Lösung den praktischen Vorteil, dass andere nur Informationen über die Covid-19-Impfung erhalten, aber nicht über weitere Impfungen. Theoretisch besteht auch beim digitalen Impfnachweis die Gefahr, dass Daten durch installierte Spionage-Software in fremde Hände geraten. Die Daten werden aber bei der CovPass- und der Corona-Warn-App ausschließlich auf dem Smartphone gespeichert und nicht an einen Cloud-Speicher oder Anbieter übermittelt.
 
Für Beratungen ist das Team der Verbraucherzentrale in Euskirchen erreichbar unter unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder 02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen), unter oder per Email an .
 
Weiterführende Infos und Links:
  • Wichtige Fragen rund um die Corona-Impfung beantwortet die
Verbraucherzentrale NRW unter
  • Informationen zum digitalen Impfnachweis gibt es unter

Hochwasser-Betroffene kostenlose Ersthilfe bei Streit mit der Versicherung

Hochwasser-Betroffene erhalten kostenlose Ersthilfe bei Streit mit der Versicherung

Verbraucherzentrale in Euskirchen bietet schnelles und unbürokratisches Beratungsangebot

Infolge der Hochwasserkatastrophe verzichtet die Verbraucherzentrale NRW auf die Entgelte für die Versicherungsrechtsberatung durch einen Anwalt, um Betroffene in ihrer aktuellen Notlage zu unterstützen. Die Beratung für eine erste rechtliche Einschätzung richtet sich an Verbraucher:innen, die Probleme mit ihrer Versicherung bei der Schadensregulierung haben.

Wer durch das Hochwasser Schäden erlitten hat, kann durchaus erleben, dass die Versicherung ganz anders reagiert als erwartet. Sollten bei der Schadensregulierung rechtliche Probleme auftreten, können Betroffene der Hochwasserkatastrophe die Versicherungsrechtsberatung der Verbraucherzentrale NRW aktuell kostenfrei nutzen. Durch die Entgeltbefreiung möchte die Verbraucherzentrale NRW den Betroffenen in ihrer akuten Notlage schnelle und unbürokratische Hilfe bieten.

Das Angebot umfasst ein 30-minütiges Beratungsgespräch zur ersten rechtlichen Einschätzung und Orientierung. Es dient dazu, die dringendsten Fragen der Betroffenen zu klären und eine erste qualifizierte rechtliche Einschätzung zu geben. Die Termine können mit der Beratungsstelle Euskirchen vereinbart werden und finden telefonisch oder in anderen Beratungsstelle statt.

Die Beratungsstelle Euskirchen ist erreichbar unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder 02251 506 45 01 (mit dem Team der Beratungsstelle Euskirchen verbinden lassen) oder per E-mail: .

Warnung vor falschen Inkassoschreiben

 
Warnung vor falschen Inkassoschreiben
Verbraucherzentrale NRW erklärt, woran man betrügerische Abzocke
erkennt und wie Betroffene reagieren sollten
 
Falsche Inkassoschreiben sorgen derzeit für Verunsicherung bei
Verbraucher: innen in NRW. Verschiedene Firmen, darunter die EU Forderungs AG, die RIGO
Forderungs AG und die RIGOVA Forderungs AG , verschicken Briefe, in denen sie rund 270 Euro
für ein angebliches Glücksspiel-Abo fordern. Die Firmen drohen mit Mahnbescheiden,
Zwangsvollstreckungen, Pfändungen sowie Schufa-Einträgen und schüren damit Angst und
Sorge bei Verbraucher:innen. „Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte darauf keinesfalls
unüberlegt mit einer Zahlung reagieren”, rät Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale
in Euskirchen. „Grundsätzlich empfehlen wir, Inkassoschreiben sorgfältig zu prüfen. Denn
auch wenn tatsächlich ein Zahlungsverzug vorliegt, können die Forderungen überhöht
sein.” Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie man Betrugsmaschen erkennt und worauf
bei Inkassoschreiben generell zu achten ist.
 
Woran erkennt man ein seriöses Inkassounternehmen?
Jedes Inkassobüro muss registriert sein. Es benötigt einen entsprechenden Registrierungs-
bescheid der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ob ein Inkassobüro registriert ist, kann im
Rechtsdienstleistungsregister kostenfrei überprüft werden.
Häufig fallen falsche Inkassoschreiben bereits durch typische Merkmale ins Auge, wie zum
Beispiel Rechtschreibfehler, ausländische Kontodaten, auf die das Geld überwiesen werden
soll, fehlende Pflichtangaben oder die Androhung von weitreichenden Konsequenzen, die die
Betroffenen verunsichern sollen. Seriöse Inkassounternehmen kommunizieren transparent
und gehen auf Einwände ein. Bereits aus dem ersten Schreiben des Inkassounternehmens
muss hervorgehen, für wen die Bezahlung der Forderung zu erfolgen hat. Darüber hinaus
müssen sowohl der Vertragsgegenstandals auch das Datum des Vertragsschlusses konkret
benannt werden.
 
Mögliche Zinsen und Inkassokosten müssen nachvollziehbar aufgeführt werden. Ein seriöses
Inkassobüro setzt zudem eine angemessene Frist zum Ausgleich der Forderung. Wie ein
seriöses Inkassoschreiben aufgesetzt ist, zeigt im Detail der interaktive  Inkassobrief auf
der Homepage der Verbraucherzentrale NRW
 
Wie sollte man auf nicht berechtigte Forderungen reagieren?
Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte prüfen, ob er dem Unternehmen tatsächlich Geld
schuldet und ob er mit der Zahlung in Verzug ist. Wer zwar einen Vertrag abgeschlossen
hat, aber sicher ist, dass kein Zahlungsverzug vorliegt, sollte den Forderungen schriftlich
widersprechen und den Brief per Einwurfeinschreiben versenden. Bei einem
offensichtlichen Betrugsversuch können Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten und
müssen ansonsten nicht auf das Schreiben reagieren.
 
Ab wann liegt ein Zahlungsverzug vor?
Entgegen weitläufiger Meinungen kann ein Zahlungsverzug auch ohne vorheriges
Mahnschreiben vorliegen, zum Beispiel wenn eine Rechnung mit Mahnhinweis ausgestellt
oder wenn im Vertrag eine konkrete Zahlungsfrist vereinbart worden ist. Das Unternehmen
muss dann kein weiteres Mahnschreiben verschicken. Der Zahlungsverzug liegt automatisch
nach Ablauf der Frist vor.
 
Worauf muss bei einer berechtigten Forderung geachtet werden?
Rechnungen von Inkassobüros sollten stets sorgfältig geprüft werden. Denn oft sind die
Rechnungen überhöht. Wenn das Inkassounternehmen zum Beispiel Kontoführungskosten
in Rechnung stellt, müssen diese nicht bezahlt werden. Die Kontrolle der Forderung und
der Eingang der Zahlung gehören zur allgemeinen Geschäftstätigkeit des
Inkassounternehmens und sind schon über die Inkassogebühr gedeckt. Diese basiert auf
den Preisen und Konditionen, die die Inkassounternehmen mit ihren Auftraggebern
vereinbarthaben. Die Höhe dieser Kosten hängt von den Umständen des Einzelfalles ab.
Um Preistreiberei zu verhindern, sind die Inkassokosten für die Inkassodienstleister gesetzlich
gedeckelt. Macht das Inkassounternehmen Zinsforderungen geltend, muss es detaillierte
Angaben zur Berechnung der Zinsen machen. Das heißt, es muss den Zinssatz und den
Zeitraum, für den die Zinsen geltend gemacht werden, angeben. Zinsforderungen sind
laut Gesetz in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszins zulässig.
 
Die Euskirchener Verbraucherzentrale bietet hierzu Rechtsberatung an unter
02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen),
unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers)
oder per Email an .
 
Weiterführende Infos und Links:
Weitere Informationen zum Thema Inkasso gibt es auf der Homepage der
Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/inkasso
 
Unser interaktiver Inkassobrief hilft, unseriöse Schreiben zu erkennen:
 
Einen Musterbrief zur Abwehr einer unberechtigten Forderung eines Inkassobüros
finden Sie unter

Damit die Soforthilfe nicht gepfändet wird!

Damit die Soforthilfe nicht gepfändet wird:
P-Konto-Bescheinigung bei "Fluthilfe"
 
Die "Soforthilfe Unwetterkatastrophe" des Landes NRW wird in den meisten Fällen wohl auf das Konto der Betroffenen überwiesen. Sollte für das Konto, bzw. Pfändungsschutzkonto allerdings eine Pfändung bestehen, zahlen die Banken den Betrag nicht aus, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Hier muss die Freigabe des Betrages beim Amtsgericht beantragt werden.
 
Die "Soforthilfe zur Unwetterkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 Nordrhein-Westfalen" (Billigkeitszuschuss gemäß § 53 LHO) soll die ersten finanziellen Belastungen mildern, die durch die entstandenen Schäden verursacht wurden.
 
Ausdrücklich formuliertes Ziel ist dabei, "den betroffenen Privathaushalten die Möglichkeit zu geben, eine vorübergehende akute Notlage bei der Unterkunft oder in der Lebensführung finanziell zu bewältigen". Allerdings stellt die Fluthilfe keinen Zahlungseingang dar, der nach den gesetzlichen Vorgaben als Erhöhungsbetrag mittels einer P-Konto-Bescheinigung freigegeben werden kann.
 
Die Freigabe der Soforthilfe – sofern von den kontoführenden Instituten nicht automatisch zur Verfügung gestellt – kann daher nur durch das Vollstreckungsgericht bzw. bei Pfändung durch einen öffentlichen Gläubiger durch dessen Vollstreckungsstelle erfolgen. Dort kann ein Antrag auf Vollstreckungsschutz gem. § 850k Absatz 4 /§ 765a ZPO gestellt und mit einem Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz (einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung) verbunden werden.
 
Die Pfändungsfreiheit der Soforthilfe wurde in ersten Entscheidungen entsprechend durch das Amtsgericht Euskirchen bestätigt.
 
Die Verbraucherzentrale NRW stellt ein kostenloses Musterformular zur Beantragung beim Amtsgericht zur Verfügung.
 
Die Informationen und der Antrag sind unter dem folgenden Link unter dem Punkt "P-Konto-Bescheinigung bei Fluthilfe"?" zu finden.
 
 
Auf Wunsch mailt die Verbraucherzentrale den Antrag Betroffenen auch zu. Eine Email mit der Bitte um Zusendung des Antrages ist zu richten an

Waldbrand am Urlaubsort – was tun?

 
Waldbrand am Urlaubsort – was tun?
Verbraucherzentrale NRW erklärt, wann Reisende von gebuchten
Reisen zurücktreten können
 
In Südeuropa verursachen Hitze und Dürre aktuell Waldbrände extremen Ausmaßes.
Von den verheerenden Auswirkunngen sind auch Urlauber:innen betroffen, die
während ihres Aufenthalts von den Bränden überrascht worden sind oder eine Reise in betroffene
Regionen gebucht haben. Welche Stornierungsrechte Reisende bei Waldbränden oder anderen
Naturkatastophen, wie Erdbeben oder Vulkanausbrüchen, haben, erklärt Monika Schiffer, Leiterin
der Verbraucherzentrale in Euskirchen.
 
- Rücktritt von einer Pauschalreise
Haben Reisende eine Pauschalreise gebucht, können sie vor Reisebeginn kostenlos vom Vertrag
zurücktreten, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die die Reise erheblich
beeinträchtigen. Solche Umstände liegen bei Ereignissen vor, die weder Reisende noch
Reiseveranstalter durch Vorkehrungen kontrollieren oder vermeiden können. Dazu zählen neben
Naturkatastrophen auch politische Unruhen oder der Ausbruch einer gefährlichen Krankheit.
 
- Abbruch der Pauschalreise
Geraten Reisende während ihres Aufenthalts vor Ort in eine Krisensituation und wird dadurch
die Reise erheblich beeinträchtigt, können sie den Pauschalreisevertrag kündigen und für die
nicht genutzten Reiseleistungen eine Erstattung verlangen. Für die genutzten Reiseleistungen 
behält der Veranstalter seinen Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Umfasst der
Reisevertrag auch die An- und Abreise, so muss der Reiseveranstalter bei einer Kündigung
des Vertrags unverzüglich die Rückbeförderung der Reisenden organisieren. Die Mehrkosten
für die Rückbeförderung gehen dabei zulasten des Reiseveranstalters.
 
- Fortsetzung der Pauschalreise
Wer seinen Urlaub nicht abbricht und im Krisengebiet bleibt, kann eventuell den Reisepreis
mindern. Dies ist vom Einzelfall abhängig und etwa dann möglich, wenn einzelne
Reiseleistungen wie Transport, Verpflegung, Unterkunft oder Ausflüge nicht mehr dem
gebuchten Standard entsprechen oder sogar ganz ausfallen. Verbraucher:innen ist
insgesamt zu empfehlen, sich mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen und
die aktuelle Lage und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu besprechen.
 
- Rundreisen
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Auch eine als Pauschalreise gebuchte Rundreise kann kostenlos storniert werden, wenn
wichtige oder besondere Reisebestandteile nicht durchgeführt beziehungsweise
entscheidende Reiseziele nicht angefahren werden können. Fällt nur ein kleiner Teil
des Programms aus, ist dies höchstens ein Reisemangel, für den Reisende den
Buchungspreis mindern können.
 
- Nachteile bei Buchung von Einzelleistungen
Wer Reiseleistungen, wie Flug oder Unterkunft, einzeln gebucht hat, ist nicht
zahlungspflichtig, wenn die Leistungen nicht erbracht werden. Solange eine
individuell gebuchte Unterkunft jedoch zugänglich und ohne Gesundheitsgefahr
bewohnbar ist, sind Reisende auf die Kulanz des Anbieters angewiesen und
müssen mit einem Stornoentgelt rechnen, wenn sie von der Reise absehen
möchten. Bei Unterkünften, die direkt bei Eigentümer:innen im Ausland gebucht
wurden, gilt das Recht des Landes, in dem die Unterkunft liegt. Wird ein Flug
annulliert, haben Fluggäste die Wahl zwischen Erstattung des Flugpreises und
einem Ersatzflug zum nächstmöglichen oder späteren Zeitpunkt.
 
- Reiserücktrittsversicherung
Eine Reiserücktritts- oder -abbruchversicherung nützt bei derartigen 
unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen nichts, da ein solches
Geschehen nicht als Rücktritts- bzw. Abbruchgrund vereinbart ist und sie daher
in der Regel nicht einspringt. Sie sichert zum Beispiel das Risiko des Reisenden
ab, vor oder während der Reise zu erkranken. Sie zahlt aber auch bei anderen
Umständen, wenn zum Beispiel ein erheblicher Schaden am Eigentum des
Versicherten entstand oder wenn ein naher Angehöriger stirbt.
 
Weiterführende Infos und Links:
Die Verbraucherzentrale NRW stellt Betroffenen Musterbriefe zur Kündigung
einer Reise wegen unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstände vor und
nach Reiseantritt zur Verfügung unter:
Rechtsberatung bietet die Euskirchener Verbraucherzentrale telefonisch
und unter 02251 506 45 01 (mit dem Team der Beratungsstelle verbinden
lassen) oder per Email an .

Verbraucherzentrale Euskirchen ist wieder erreichbar

Verbraucherzentrale Euskirchen ist wieder erreichbar
 
Telefonische und digitale Angebote für Ratsuchende eingerichtet
 
 
Die Folgen des Hochwassers sind für viele Menschen im Kreis Euskirchen
dramatisch. „Wir sind erschüttert und in Gedanken vor allem bei den Familien,
die Angehörige verloren haben“, so Monika Schiffer, Leiterin der Beratungsstelle
Euskirchen der Verbraucherzentrale NRW. Auch die materiellen Schäden sind für
viele Betroffene enorm.
Nachdem am 15. Juli 2021 auch die Beratungsstelle in der Wilhelmstraße 37
durch Überflutung komplett zerstört wurde, hat die Verbraucherzentrale alles
darangesetzt, schnellstmöglich wieder für Ratsuchende da sein zu können.
Es wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen, dass Leiterin Schiffer
und ihre Kollegin Kirsten Ahlers ortsunabhängig Hilfestellung bei drängenden
Verbraucherproblemen geben können. In den letzten zwei Wochen war die
Verbraucherzentrale über eine zentrale Stelle für die Kreisbürger:innen
erreichbar.
Unter der gewohnten Telefonnummer 02251/5 06 45 01 können sich
Ratsuchende ab sofort wieder zu den üblichen Servicezeiten an die
Beratungsstelle wenden. Anrufe werden dann an die Beraterinnen
weitergeleitet.
Die Servicezeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von
9 bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr. Anfragen
können zudem jederzeit über das Kontaktformular auf der Homepage gestellt
werden: www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/euskirchen
oder per Email an .
 
„Zwar können wir im Moment keine persönlichen Beratungstermine anbieten,
aber telefonisch und per E-Mail lassen sich die meisten Anliegen und
Fragen klären“, sagt Monika Schiffer. Schon das letzte Jahr hat gezeigt,
dass Rechtsberatungen und auch Rechtsvertretungen auf diesem Weg gut
möglich sind. Auch stehen die meisten Daten zu Verfügung, sodass bereits
aufgenommene Unterstützungsgesuche weiter bearbeitet werden können.
 
• Betroffene von Starkregen und Hochwasser erhalten Rat und Hilfestellung
von der Verbraucherzentrale NRW zudem per Mail an
 und über das zentrale Servicetelefon
werktags von 9 bis 15 Uhr unter 0211/3399 5845.
 
• Antworten auf viele Fragen gibt es auch auf
www.verbraucherzentrale.nrw/unwetterschaden.

Verbraucherzentrale NRW rät zur Vorsorge vor Rückstauschäden

Starkregen in NRW setzt Keller unter Wasser
Heftige Gewitter, anhaltender Regen und Hochwasser bringen die kommunale Kanalisation derzeit in vielen Städten zum Überlaufen. Die Abwasserkanäle können die gewaltigen Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen und ableiten. Die Folge: Tief liegende Hauseingänge, Keller und Souterrainräume laufen voll. Schmutzwasser, das durch Rückstau aus dem Kanal in die Gebäude zurückgedrängt wird, hinterlässt Zerstörung an Wänden, Böden und Einrichtung. „Für alle Schäden durch Rückstau haften Hausbesitzer:innen selbst. Sie sollten deshalb rechtzeitig geeignete Vorkehrungen treffen, um sich vor Überflutung und Rückstau bei Starkregen in den eigenen vier Wänden zu schützen“, empfiehlt Fatma Özkan, Leiterin des Projekts Klimafolgen und Grundstücksentwässerung bei der Verbraucherzentrale NRW. Zum Schutz vor Rückstau gibt die Expertin folgende Tipps:
 
  • Grundsätzliche Schutzvorkehrungen:
    Souterrainwohnungen und Räume unterhalb des Straßenniveaus, die über Toilette oder Wasseranschluss verfügen, sind bei Rückstau besonders gefährdet. Von daher sollte schon bei der Bauplanung auf vermeidbare Abflüsse verzichtet werden. Ungenutzte Abläufe in Bestandsgebäuden sollten verschlossen werden. Bei genutzten Wohnräumen unterhalb des Straßenniveaus kann nur eine Hebeanlage das Gebäude angemessen schützen. Die Anlage gewährleistet auch die weitere Benutzung von Toiletten und Duschen während eines Rückstaus. Kostengünstiger als Hebeanlagen sind Rückstauklappen, die aber nicht für einen Abfluss des Wassers sorgen können. Sie schützen das Gebäude im Falle eines Rückstaus lediglich vor dem Eindringen von Wasser aus dem öffentlichen Kanal. Während längerer Abwesenheit sollten sämtliche Rückstauklappen verriegelt und alle Fenster im Keller fest verschlossen werden.
  • Rückstauklappen blockieren:
    Die Entsorgung von Abfällen über die Toilette ist nicht ratsam und kann dazu führen, dass Feuchttücher, Tampons, Slipeinlagen, Windeln, Essensreste, Haare oder Putzlappen in der Rückstauklappe hängen bleiben und so den Rückstauschutz blockieren. Hygieneartikel und andere feste Stoffe sollten daher in einem kleinen Mülleimer gesammelt und über den Hausmüll entsorgt werden.
  • Fachgerechter Einbau:
    Um eine Immobilie rückstausicher zu machen, ist mit dem ausführenden Sanitärfachbetrieb zu klären, wo die Rückstausicherung angebracht werden muss. Bei der Planung eines Neubaus sollte der Rückstauschutz vom Architekturbüro mitbedacht werden. Individuelle Beratung, Planung und Betreuung der Baumaßnahmen übernehmen kostenpflichtig Ingenieurbüros für Wasserwirtschaft oder Sanitärfachbetriebe, die Anlagen zur Rückstausicherung installieren.
  • Regelmäßige Wartung:
    Hebeanlagen und Rückstauverschlüsse müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden, sonst riskieren Eigentümer:innen bei Schäden ihren Versicherungsschutz. Rückstauklappen können im Anschluss an eine fachkundige Unterweisung eigenverantwortlich gewartet werden. Um im Schadensfall Ärger mit der Versicherung zu vermeiden, sollte die eigene Wartung vorsorglich dokumentiert werden. Viele Fachbetriebe bieten auch Wartungsverträge an. Vor einer Auftragsvergabe ist es ratsam, mehrere Angebote einzuholen und Leistungen und Preise miteinander zu vergleichen.
  • Richtige Versicherung:
    Kommunen haften nicht für Rückstauschäden an privaten Häusern. Diese sind auch nicht in der privaten Hausrat- und Wohngebäudeversicherung automatisch mit abgedeckt. Das Rückstaurisiko muss explizit innerhalb einer Elementarschadenversicherung abgesichert werden. Im Schadensfall können Versicherungen einen Nachweis über die regelmäßige Wartung von Rückstausicherungen verlangen.
Weiterführende Infos und Links:
 
Die Verbraucherzentrale NRW berät Hauseigentümer:innen kostenfrei zum Schutz vor Rückstau und Überflutung sowie zu allen Fragen rund um die Prüfung und Sanierung der Abwasseranlage – und zwar unter der Rufnummer 0211/3809-300 oder unter der E-Mail-Adresse
.
Zu Elementarschadenversicherungen bieten Expert:innen der Verbraucherzentrale NRW in den örtlichen Beratungsstellen eine kostenpflichtige Beratung an. Kontakt und Kosten online unter
http://www.verbraucherzentrale.nrw/versicherungsberatung.
 
 
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Zusatzkosten beim Online-Kauf

Wer Waren aus Nicht-EU-Staaten im Internet bestellt, sollte sich vorher genau über zusätzlich anfallende Steuern und Zölle informieren.

Online-Shopping ist beliebt. Günstige Angebote und Rabatte verlocken zum schnellen Kauf mit wenigen Klicks. Aber gerade bei Importen aus dem Nicht-EU-Ausland ist ein genauer Blick ins Kleingedruckte wichtig. Zollabgaben und Steuern können das vermeintliche Schnäppchen teurer machen als erwartet. Seit dem 1. Juli gelten neue Bestimmungen für die Einfuhrbesteuerung. Worauf man beim Online-Kauf achten sollte, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen.

  • Gebühren bei Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern:
    Bis zum 30. Juni 2021 galt, dass Sendungen mit einem Wert von bis zu 22 Euro von der Einfuhrumsatzsteuer befreit sind. Diese Regelung wurde nun aufgehoben. Allerdings mit einer Ausnahme: Der Zoll verzichtet auf die Erhebung von Abgaben, wenn diese unter einem Euro liegen. Eine Sonderregelung gilt außerdem für Geschenke von Privatpersonen an Privatpersonen. Hier gilt weiterhin eine Freigrenze von 45 Euro. Neben der Einfuhrumsatzsteuer werden ab einem Gesamtwert der Bestellung von über 150 Euro Zollgebühren fällig. Für die Übernahme der Zollabwicklung bei steuerpflichtigen Sendungen berechnen viele Paketdienste zusätzlich eine Auslagenpauschale oder Servicepauschale. Jeder Paketdienst kann diese Pauschale selbst festlegen. Die Deutsche Post berechnet aktuell beispielsweise sechs Euro.
  • Ein Rechenbeispiel:
    Wer in China eine Handyhülle für 5,20 Euro bestellt, muss darauf theoretisch 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer bezahlen. Das sind 99 Cent. Wegen der Kleinbetragsregelung verzichtet der Zoll jedoch auf die Gebühr. Liegt der Preis für die Handyhülle hingegen bei 5,50 Euro werden 1,05 Euro Einfuhrumsatzsteuer fällig, die in diesem Fall bezahlt werden müssen. Zuzüglich der Auslagenpauschale der Deutschen Post entstehen Gesamtkosten in Höhe von 12,55 Euro.
  • Gebühren erkennen und vermeiden:
    Grundsätzlich müssen Online-Shops im Bestellprozess darüber informieren, dass zusätzliche Einfuhrabgaben entstehen können. Da sich Zölle und Einfuhrsteuern je nach Zielland, Preis und Art der Ware unterscheiden, wird jedoch nicht immer die konkrete Höhe vorab berechnet. Vor der Bestellung ist es daher ratsam, sich selber beim Zoll über die zu entrichtenden Gebühren zu informieren, damit böse Überraschungen erspart bleiben. Da innerhalb der EU keine zusätzlichen Steuern und Zölle anfallen, lohnt sich die Suche nach einem Online-Shop, der aus der EU versendet. Wer die Auslagenpauschale des Paketdienstes sparen möchte, kann außerdem die Ware selbst verzollen. Die Ware wird dann aber nicht nach Hause geliefert, sondern muss beim Zollamt abgeholt werden.
  • Kostenfalle Widerruf:
    Ein weiteres Ärgernis können die Kosten im Falle eines Widerrufs sein. Soll die Ware nach China oder in andere Drittländer versendet werden, können die Versandkosten schnell den Warenwert übersteigen. Hilfreich zu wissen: Das aktuelle Widerrufsrecht sieht vor, dass Waren an die im Impressum angegebene Adresse zurückgesendet werden können. Zwar können Online-Händler eine zusätzliche Adresse nennen, an die die Rücksendung alternativ erfolgen kann. Die Betonung muss hierbei jedoch auf „eine“ und „zusätzliche“ liegen. Steht im Impressum eine Adresse in Deutschland oder der in der EU, kann die Ware auch kostensparend dorthin versendet werden.

Weiterführende Infos und Links:

 


 

Probleme mit Online-Ticketbörse VIAGOGO

Preiswillkür und hohes Risiko

Die Euskirchener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW rät zur Vorsicht bei Käufen auf der Online-Ticketbörse Viagogo

Nach einer langen Corona-Pause lebt die Veranstaltungsbranche langsam wieder auf. Neben kleinen Konzerten, Theatervorstellungen und Festivals werden auch Großveranstaltungen wieder geplant – zumeist für das Jahr 2022. Der Ticketverkauf läuft auf Hochtouren und viele Konzerte beliebter Bands sind innerhalb von Minuten ausverkauft. Um doch noch eines der begehrten Tickets zu ergattern, landen viele Verbraucher:innen auf der Online-Ticketbörse Viagogo. Warum der Ticketkauf auf der Plattform mit einem hohen Risiko verbunden ist, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Beratungsstelle Euskirchen der Verbraucherzentrale NRW.

  • Kein offizielles Ticket-Verkaufsportal

Bei Viagogo handelt es sich um eine Ticketbörse und nicht um ein offizielles Verkaufsportal. Das bedeutet, dass Viagogo die Tickets nicht selbst verkauft, sondern lediglich zwischen privaten Anbieter:innen und Käufer:innen vermittelt. Das ist auf den ersten Blick beim Kauf von Tickets auf Viagogo jedoch nur schwer erkennbar. Da die Schweizer Ticketbörse eine konkrete Ticketauswahl ermöglicht, ohne die jeweiligen Verkäufer:innen anzugeben, vermittelt sie den Eindruck einer offiziellen Kartenverkaufsseite. Auf die reine Vermittlung weist Viagogo nicht transparent genug hin und damit auch nicht auf den fehlenden Käuferschutz.

  • Kein Schutz vor Betrug und keine Erstattungen

Wer ein Ticket über Viagogo kauft, trägt das volle Risiko für den Fall, dass das Ticket nicht geliefert wird oder die Preise höher sind als der Originalpreis beim Veranstalter. Käufer:innen können gegenüber Viagogo keine Ansprüche geltend machen. Auch bei abgesagten Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie bleiben Betroffene häufig auf den Kosten sitzen, da die Tickets bei Dritten erworben wurden, die zumeist völlig unbekannt bleiben.

  • Hohe Ticketpreise

Tickets auf Viagogo werden zu deutlich höheren Preisen als den Originalpreisen angeboten. Oft lockt die Ticketbörse auch mit Karten, die bei offiziellen Vorverkaufsstellen bereits ausverkauft sind. Besonders gefragte Tickets können bei Viagogo das Achtfache kosten. Wer von den Preisaufschlägen profitiert, ist nicht ersichtlich, weil die Verkäufer:innen anonym bleiben.

  • Undurchsichtige Gebühren

Kurz vor Abschluss des Buchungsvorgangs überrascht Viagogo die Käufer:innen mit zusätzlichen Gebühren: Leicht zu übersehende Buchungs- und Abwicklungskosten sowie die Umsatzsteuer lassen den Gesamtpreis nochmal in die Höhe schießen.

Hintergrund

Die Verbraucherzentrale Bayern hat die Schweizer Ticketbörse Viagogo im April 2018 vor dem Landgericht München verklagt. Zuvor hatte das Unternehmen auf eine Abmahnung nicht reagiert. Hierbei kritisierten die Verbraucherschützer:innen vor allem, dass das Unternehmen nicht als Ticketbörse, sondern als offizielles Ticket-Verkaufsportal auftritt. Das Landgericht München ist der Ansicht der Verbraucherzentrale gefolgt und hat entschieden, dass Viagogo die Verkäufer:innen transparent machen muss. Außerdem darf nicht mit einer Garantie für gültige Tickets geworben werden, wenn auch personalisierte Eintrittskarten vermittelt werden, die keinen Einlass zur Veranstaltung ermöglichen. Die Entscheidung ist jedoch nicht rechtskräftig, da Viagogo Berufung eingelegt hat.

Weiterführende Infos und Links:

Weitere Informationen zur Online-Ticketbörse Viagogo gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter:

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/digitale-welt/onlinehandel/onlineticketboerse-viagogo-hohes-risiko-und-hohe-preise-13473