Schulstart: Tipps für Tüte und Tornister

 
Worauf Eltern bei der Auswahl von Schulmaterialien achten sollten.
 
In wenigen Wochen geht die Schule wieder los. Viele i-Dötzchen fiebern dem ersten Schultag entgegen und freuen sich auf gefüllte Schultüten und den neuen Ranzen. Doch auch die älteren Kinder benötigen Hefte, Stifte und andere Ausstattung fürs neue Schuljahr. Die Auswahl ist groß – und nicht alles, was der Handel bietet, ist nachhaltig und frei von Schadstoffen. Die Verbraucherzentrale NRW in Euskirchen gibt Tipps, worauf Eltern bei der Auswahl achten sollten.
  • Stifte und Co.:
    In Bleistiften oder Holzbuntstiften mit Lacküberzug können sich bedenkliche Stoffe wie Weichmacher verstecken, die beim Kauen oder Lutschen an den Stiftenden aufgenommen werden. Alternativen sind unlackierte Holzstifte oder – für Ältere – Druckbleistifte mit auswechselbaren Minen. Leuchtende Textmarker gibt es nicht nur mit Kunststoffhülle, sondern auch als Holzstifte. Das hilft, Plastikmüll zu verringern. Außerdem lassen sich so allergieauslösende Konservierungsstoffe vermeiden, die die Stiftung Warentest aktuell in fast allen Textmarkern nachwies. Auch bei den Tintenrollern fielen sieben von elf durch Schadstoffe auf, und zwar nicht nur durch Konservierungsstoffe, sondern auch durch krebserzeugendes Naphthalin oder Schwermetalle wie Blei. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die getesteten Tintenpatronen waren fast alle in Ordnung. Generell gilt: Wasserfarben, Filz- und Buntstifte sowie Knete sollten ein CE-Zeichen tragen und am besten zusätzlich einen Hinweis, dass sie den europäischen Spielzeugnormen („DIN EN 71“) entsprechen.
  • Federmäppchen:
    Federmäppchen aus Leder oder Stoff sind meist robuster als die Konkurrenz aus Kunststoff und zudem frei von gesundheitsbedenklichen Weichmachern. Bereits fertig bestückte Etuis enthalten allerdings oft Dinge, die i-Dötzchen in der Regel gar nicht benötigen – wie etwa Füller, Tintenkiller, Schreibschablonen, Zirkel oder Kugelschreiber. Gerade für Erstklässler wird der Inhalt des Mäppchens daher besser selbst von den Eltern zusammengestellt.
  • Papier:
    Bei Heften, Blöcken, Schnellheftern und Buntpapier verdient sich Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ die Note „sehr gut“. Das rechtlich geschützte Umweltzeichen steht nicht nur dafür, dass Hefte aus 100 Prozent Altpapierfasern hergestellt wurden. Auch schädliche Bleich-Chemikalien, optische Aufheller und andere Chemikalien dürfen nicht eingesetzt werden.
  • Kleber:
    Für die üblichen Bastelarbeiten in der Schule reichen lösemittelfreie Kleber in flüssiger Form oder als Stift völlig aus. Sie sind entsprechend gekennzeichnet. Umgekehrt weist das Gefahrsymbol für Feuergefährlichkeit (Flamme in einem orangefarbenen Viereck) auf enthaltene Lösungsmittel hin. Ein Hinweis auf allergieauslösende Konservierungsmittel, insbesondere Isothiazolinone, sollte ebenfalls nicht auf der Packung zu finden sein.
  • Radiergummis und Duftstifte:
    Aus welchem Material Radiergummis bestehen, müssen Hersteller nicht angegeben. Anbieter, die auf den problematischen Kunststoff PVC verzichten und andere Kunststoffe oder Naturkautschuk einsetzen, werben oft mit dem Hinweis „frei von PVC“. Wenn der Radiergummi oder auch Buntstifte duften, können allergieauslösende Duftstoffe im Spiel sein. Außerdem können „leckere“ Gerüche wie Erdbeere oder Vanille Kinder dazu verleiten, die Utensilien in den Mund zu nehmen.
  • Buch- und Heftumschläge:
    Buch- und Heftumschläge aus Kunststoff haben oft nur eine kurze Lebensdauer, weil sie leicht einreißen oder die Kanten nicht stabil sind. Zurück bleibt dann vermeidbarer Plastikmüll. Mit alten Kalenderblättern beispielsweise lassen sich Hefte oder Bücher ebenfalls dekorativ einschlagen. Noch haltbarer sind selbstgenähte Hüllen aus Stoffresten. Buch- und Heftumschläge aus Recycling-Papier gibt es aber auch fertig zu kaufen.
 
Weitere Infos und Links:
 
 
 
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Unsere Beratungsstelle Euskirchen wurde durch das Starkregenereignis am 15.07.2021 komplett zerstört. Aufgrund der aktuellen Situation können bis auf weiteres keine persönlichen Beratungstermine in der Beratungsstelle stattfinden. Telefonisch und per Email sind wir erreichbar.

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Rücknahme alter Elektrogeräte

Wussten Sie schon, dass jetzt auch Supermärkte alte Elektrogeräte zurücknehmen müssen?

Eierkocher, Lockenstäbe, Mixer und andere Elektrokleingeräte gibt es in vielen großen Lebensmittelmärkten und Discountern zu kaufen. Deshalb hat der Gesetzgeber entschieden: Auch diese Läden müssen Altgeräte kostenlos zurücknehmen. Seit dem 1. Juli müssen entsprechende Sammelstellen im Handel eingerichtet sein. Die neue Rücknahmepflicht gilt unabhängig davon, ob zeitgleich ein neues Gerät gekauft wird oder nicht. Das alte Gerät muss auch nicht in dem Geschäft erworben worden sein. Voraussetzung allerdings: Die gesamte Verkaufsfläche der zur Rücknahme verpflichteten Geschäfte muss größer als 800 Quadratmeter sein. Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen rät, gegebenenfalls an der Kasse nach Sammelbehältern zu fragen. Es müssen Geräte bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern angenommen werden – also beispielsweise auch Toaster, elektrische Zahnbürsten, Rasierer oder Smartphones. Bei größerer Ware wie Mikrowelle, Fernseher oder Waschmaschine wird die Rücknahmepflicht an den Kauf geknüpft. Wenn Discounter oder Supermärkte diese als Aktionsware anbieten, müssen sie die ausgedienten Altgeräte der Kund:innen nur beim Kauf eines neuen kostenlos zurücknehmen.

 

Alles zu den neuen Rückgabemöglichkeiten unter
www.verbraucherzentrale.nrw/elektroschrott

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EEG-Umlage entfällt - Zwischenablesung bei Stromzählern

EEG-Umlage entfällt - Zwischenablesung bei Stromzählern

Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wann eine Zwischenablesung der Zählerstände ratsam ist.

Ab dem 01. Juli 2022 entfällt die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz). „Energieversorger müssen den entsprechenden Betrag in Höhe von 4,43 Cent pro Kilowattstunde brutto bei den Strompreisen berücksichtigen und mit der Jahresrechnung an die Haushalte weitergeben“, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Beratungsstelle Euskirchen der Verbraucherzentrale NRW. Konkrete Tipps, was Verbraucher:innen jetzt zu beachten haben, gibt die Verbraucherzentrale NRW.

         Sinkt der Strompreis sofort?

  • Die Stromanbieter müssen die Absenkung in vollem Umfang an die Endverbraucher weitergeben. Für Privathaushalte ändern sich die monatlichen Abschläge zunächst jedoch nicht. Die Preissenkung wird erst mit der nächsten Jahresrechnung verrechnet.

Ist eine Zwischenablesung von Zählerständen sinnvoll?

  • Bei Haushalten mit Haushaltsstrom ist dies nicht erforderlich, denn der Stromverbrauch verteilt sich sehr gleichmäßig über das Jahr. Eine Schätzung des Stromverbrauchs durch den Stromanbieter zur Jahresmitte reicht daher aus. Verbraucher:innen, die mit Strom heizen und eine Wärmepumpe oder eine Nachtstromspeicherheizung haben, sollten hingegen eine Zwischenablesung vornehmen. Deren Stromverbrauch ist über das Jahr durch die Heizperiode ungleichmäßig verteilt, und kann auch von Jahr zu Jahr witterungsbedingt anders gelagert sein. Haushalte sollten daher am 30.6 den Zählerzwischenstand ablesen und den Wert ihrem Stromanbieter mitteilen.

Welche Informationspflicht haben Energieversorger gegenüber Kund:innen?

  • Über den Entfall der EEG-Umlage und die neuen Preise müssen Stromanbieter Haushalte nicht gesondert informieren. Ein Sonderkündigungsrecht, wie es sonst bei Preisänderungen üblich ist, gibt es ebenfalls nicht. Der Betrag, um den sich die Stromrechnung durch den Wegfall der EEG-Umlage mindert, ist in der Stromrechnung allerdings transparent auszuweisen. Bei der Grundversorgung müssen die neuen Preise auf der Internetseite des Anbieters veröffentlicht werden.

Die Euskirchener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale bietet Beratung zum Thema unter 02251 5064501 oder per Email an

 

Monika Schiffer

Leiterin der Beratungsstelle

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Informationen zum Datenschutz entnehmen Sie bitte unseren Hinweisen im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/datenschutz

 

Pfändungsfreibetrag steigt zum 1. Juli

Pfändungsfreibetrag steigt zum 1. Juli

Was Menschen mit Schulden jetzt beachten müssen

Ab dem 1. Juli 2022 können Schuldner:innen mit regelmäßigem Einkommen ein Plus in ihrer Haushaltskasse verbuchen: Die Pfändungsfreigrenzen werden um rund sechs Prozent erhöht. Das macht bei einer Pfändung von Einkommen auf der untersten Stufe fortan einen Freibetrag von 1.339,99 Euro aus, beim Pfändungsschutzkonto sind künftig 1.340 Euro geschützt. „Die neuen Pfändungsfreigrenzen gelten ohne Übergangsregelung“, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Euskirchener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. „Arbeitgeber und Kreditinstitute müssen den neuen Freibetrag ab sofort beachten.“ Das ist wichtig, denn Menschen mit Schulden wirtschaften ohnehin am Existenzminimum. Für sie zählt jeder Euro. Aber Vorsicht: Wurden vom Gericht oder der Vollstreckungsstelle öffentlicher Gläubiger individuelle Freibeträge festgesetzt, müssen Schuldner:innen diese selber ändern lassen. Mit den folgenden Tipps weist Monika Schiffer den Weg, um die Anpassung an die neuen Pfändungsfreigrenzen nicht zu verpassen:

  • Neue Pfändungstabelle beachten

Die neue Pfändungstabelle erfasst alle Arbeitseinkommen und pfändbaren Sozialleistungen, die nach dem 1. Juli 2022 ausgezahlt werden. Durch die Erhöhung können alleinstehende Schuldner:innen ohne Unterhaltspflicht bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.400 Euro jetzt 1.351,11 Euro vom Lohn behalten. Besteht eine Unterhaltspflicht für eine Person, kann nichts gepfändet werden. Die aktuellen Pfändungsgrenzen können auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW nachgelesen werden.

Automatische Berücksichtigung

Grundsätzlich sind Arbeitgeber verpflichtet, die neuen Pfändungsfreibeträge automatisch zu beachten, und zwar auch bei schon länger laufenden Pfändungen und Abtretungen. Vorsorglich empfiehlt es sich jedoch, sich beim Arbeitgeber oder Sozialleistungsträger zu erkundigen, ob die neue Pfändungstabelle bekannt ist und angewendet wird. Damit kann irrtümlichen Auszahlungen an den pfändenden Gläubiger vorgebeugt und unangenehme Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber vermieden werden.

Automatische Anpassung Pfändungsschutzkonto (P-Konto)

Die automatische Anpassung an die neuen Freigrenzen gilt auch beim Pfändungsschutzkonto. Kreditinstitute müssen hier sowohl den geänderten Grundfreibetrag von jetzt 1.340 Euro als auch die angehobenen Freibeträge für weitere Personen (500,62 Euro für die erste, weitere jeweils 278,90 Euro für die zweite bis fünfte Person) automatisch berücksichtigen. Betroffene müssen keine neuen Bescheinigungen vorlegen.

Rückforderungen

Überweisen Arbeitgeber, Sozialleistungsträger oder Kreditinstitute versehentlich noch nach der alten Tabelle, können Schuldner:innen von diesen die Auszahlung der irrtümlich an Pfändungsgläubiger zu viel gezahlten Beträge verlangen.

Achtung: Bei Gerichtsbeschluss oder Bescheid selbst aktiv werden:

Für Pfändungen, bei denen der unpfändbare Betrag vom Gericht oder durch einen vollstreckenden öffentlichen Gläubiger individuell bestimmt wurde, wirken die neuen Pfändungsfreigrenzen leider nicht automatisch. Dies ist zum Beispiel bei einem gerichtlichen Beschluss wegen höheren Einkommens und entsprechend höherem Freibetrag bei einer Kontopfändung der Fall: Hier ist möglichst schnell beim Vollstreckungsgericht zu beantragen, dass der Beschluss abgeändert wird und die Freigrenzen angehoben werden. Hat der öffentliche Gläubiger den Freibetrag per Bescheid bestimmt, muss bei diesem eine entsprechende Änderung beantragt werden. Hierbei ist Eile geboten, denn die alten Beschlüsse und Bescheide gelten so lange, bis dem Kreditinstitut eine anders lautende Entscheidung zugeht.

Ab jetzt: Jährliche Anpassung der Pfändungsfreigrenzen möglich

Ab diesem Jahr ist durch eine Gesetzesänderung statt bisher nur alle zwei Jahre endlich eine jährliche Erhöhung der Pfändungsfreigrenzen möglich. Mit der nächsten Anpassung ist daher schon zum 1. Juli 2023 zu rechnen.

Weiterführende Infos und Links:

  • Weitere Informationen zum Pfändungsfreibetrag gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter:

www.verbraucherzentrale.nrw/node/13269

 

Monika Schiffer
Leiterin der Beratungsstelle

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Verträge kündigen mit wenigen Klicks

Verträge kündigen mit wenigen Klicks

Ab 1. Juli wird der Kündigungsbutton zur Pflicht

Viele Verträge können einfach und bequem online abgeschlossen werden: vom Zeitschriften-Abo über Fitnessstudio-Mitgliedschaften bis zu Mobilfunkverträgen. Wer aus dem Vertrag wieder raus möchte, hat es hingegen nicht immer so leicht. Das soll sich ab dem 1. Juli ändern. Wenn ein Unternehmen über seine Webseite den Vertragsabschluss online anbietet, muss künftig auch die Möglichkeit bestehen, über die Webseite zu kündigen. „Es ist wichtig, dass den Menschen bei der Kündigung keine unnötigen Steine in den Weg gelegt werden“, sagt Monika Schiffer, Leiterin der Euskirchener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. „Der Kündigungsbutton ist eine gute Lösung, um die Kündigung von Verträgen zu erleichtern.“ Wie der Kündigungsbutton funktioniert und wo er zum Einsatz kommt, erklärt Monika Schiffer.

  • Für welche Verträge wird der Kündigungsbutton eingeführt?

Der Kündigungsbutton wird für sogenannte entgeltliche Dauerschuldverhältnisse zur Pflicht. Das sind zum Beispiel Abos, Versicherungs- oder Unterrichtsverträge oder auch Streamingdienste. Verpflichtend wird der Kündigungsbutton dann, wenn Unternehmen den Vertragsabschluss über ihre Webseite gegenüber Verbraucher:innen anbieten. Ob Verbraucher:innen ihren Vertrag tatsächlich online abgeschlossen haben, ist nicht relevant. Sie können ihren Vertrag in jedem Fall über den Kündigungsbutton beenden. Dies gilt auch für Verträge, die vor dem 01. Juli 2022 geschlossen wurden. Ausnahmen vom Kündigungsbutton sind Verträge, die nach gesetzlicher Vorgabe schriftlich gekündigt werden müssen, wie zum Beispiel Miet- oder Arbeitsverträge. Auch Webseiten, die Verträge über Finanzdienstleistungen betreffen, sind von der Pflicht ausgenommen.

  • Wie sieht der Kündigungsbutton aus?
    Für die Gestaltung des Kündigungsbuttons gibt es klare gesetzliche Vorgaben. Es muss sich um eine deutlich gestaltete Schaltfläche handeln, die die Bezeichnung „Verträge hier kündigen“ oder eine entsprechend eindeutige Formulierung beinhaltet. Diese muss zu einer Bestätigungsseite führen, auf der die Verbraucher:innen konkrete Angaben zum Vertrag machen können, den sie kündigen möchten. Hier muss dann eine Bestätigungsschaltfläche mit dem Hinweis „jetzt kündigen“ oder einer genauso klaren Formulierung eingebaut werden, um die Kündigung abschließend zu bestätigen. Beide Schaltflächen, die zur Kündigung und die zur Kündigungsbestätigung, müssen ständig verfügbar und leicht zugänglich sein. Eine Anmeldung auf der Webseite darf dafür beispielsweise nicht erforderlich sein.

Ab wann gilt die Kündigung?

  • Bei jedem Vertrag gibt es Kündigungsfristen, die Verbraucher:innen berücksichtigen müssen. Wurde kein Kündigungszeitpunkt angegeben, gilt die Kündigung im Zweifel immer zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
    Wer für die Kündigung den Kündigungsbutton nutzt, kann davon ausgehen, dass die Kündigung dem Unternehmen unmittelbar zugeht. Das Unternehmen muss den Eingang der Kündigung sofort auf elektronischem Weg in Textform bestätigen. In der Regel erfolgt dies über eine automatische Eingangsbestätigung.

Kündigungen auf anderem Weg bleiben möglich

Wichtig: Verbraucher:innen können ihre Verträge auch weiterhin über die gewohnten Wege, wie zum Beispiel per Mail oder Brief kündigen. Der Kündigungsbutton bietet für bestimmte Verträge nur eine zusätzliche Kündigungsmöglichkeit und soll so das Kündigen erleichtern.

Rechtliche Beratung zum Thema Kündigung von Verträgen bietet die Euskirchener Verbraucherzentrale unter Tel: 02251 5064501 oder per Email an . Aktuell kann die Beratungsstelle noch nicht persönlich aufgesucht werden.

Weiterführende Infos und Links:

  • Weitere Informationen zur Vertragskündigung gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter:

www.verbraucherzentrale.nrw/node/13132

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Pflanzen gegen Hitze – so verbessert Begrünung das Mikroklima

Pflanzen gegen Hitze – so verbessert Begrünung das Mikroklima

Grüne Dächer und Fassaden sowie bepflanzte Flächen rund ums Haus wirken wie natürliche Klimaanlagen

Die erste Hitzewelle des Jahres trifft Deutschland. Insbesondere in den Innenstädten heizen sich seit Tagen Gebäude und versiegelte Außenflächen auf. Auch in den Innenräumen wird es vielen Menschen zu warm. Einen effektiven und gleichzeitig attraktiven und nachhaltigen Schutz vor den hohen Temperaturen bietet die Begrünung von Häusern und Grundstücken. Wie das funktioniert und welche Möglichkeiten Verbraucher:innen am Eigenheim oder in Mietwohnungen haben, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale inEuskirchen.

  • Pflanzen spenden Schatten

Bewachsene Fassaden können auf natürliche Art zur Kühlung von Häusern und Grundstücken beitragen. Durch die Beschattung der Fassade mit Blättern von Wildem Wein oder anderen Fassadenkletterern kühlt die Luft am Haus ab. Die positive Folge: Außenwände heizen sich im Schatten des Blattwerks nicht so stark auf, die Temperaturen sowohl davor als auch im Inneren des Hauses bleiben angenehm. Wie stark der Kühleffekt ist, hängt vor allem von der Dichte des Laubs ab. Bei Pflanzen, die an Rankgerüsten an der Wand hochwachsen, ist ein ausreichender Abstand zwischen Kletterhilfe und Wand sinnvoll, denn hier kann zwischen Pflanzen und Fassade ausreichend Luft zirkulieren und zur Kühlung beitragen. Auch Bäume und Sträucher beschatten das Haus und verringern gleichzeitig die Aufheizung und Austrocknung des Bodens.

Kühlung durch Verdunstung

Pflanzen sorgen aber nicht nur durch Schatten für angenehmere Temperaturen, sondern auch, indem sie Wasser verdunsten. Bei diesem Prozess wird der unmittelbaren Umgebungsluft Energie in Form von Wärme entzogen, wodurch sie abkühlt. Vom Vorgarten bis zum Gründach ist dieser Effekt an allen begrünten Flächen spürbar. Besonders positiv wirken sich Fassadenbegrünungen aus, da sie sich über alle Etagen des Hauses erstrecken.

Temperierte Garage dank Dachbegrünung

Einen deutlichen Kühleffekt erzielen auch Dachbegrünungen, die man auf den meisten Garagen, Gartenhäuschen oder Carports anbringen kann. Der Gründachaufbau sorgt für angenehm frische Temperaturen unter dem Dach und kühlt das darunter parkende Auto.

  • Grün vor dem Haus fürs Mikroklima

Das Mikroklima am Haus wird maßgeblich durch die Gestaltung der Flächen darum herum beeinflusst. Verfugte Pflaster und Schotteranlagen heizen sich in der Sonne extrem auf und kühlen nachts kaum ab. Anders mit bepflanzten Vorgärten: Pflegeleichte Stauden etwa sorgen mit einem dichten Bewuchs dafür, dass der Boden nicht so stark austrocknet und schaffen gleichzeitig durch Verdunstung angenehmere Temperaturen. Wo befestigte Flächen zum Gehen oder Befahren erforderlich sind, bieten sich versickerungsfähige Pflasterungen an. Auch wer keinen privaten Vorgarten hat, kann aktiv werden: Vor Mehrfamilienhäusern gibt es oft Baumscheiben, die bepflanzt werden dürfen. Viele Kommunen in NRW bieten dafür sogar eine Förderung an. Neben dem kühlenden Effekt schaffen solche Flächen außerdem Nahrung und Lebensraum für Insekten und andere Tiere und werten das Straßenbild für die Menschen auf.

  • Genügend Wasser ist wichtig

Entscheidend für eine wirksame Kühlung ist, dass die Pflanzen genügend Wasser zur Verfügung haben, besonders in den trockenen Sommermonaten. Für die Bewässerung bietet es sich an, aufgefangenen Regen zu nutzen. Dabei ist es vorteilhaft, größere Mengen Wasser auf einmal zu gießen, damit die Pflanzen kräftige Wurzeln in die Tiefe ausbilden. So können sie in regenarmen Perioden besser Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen und sind besser gegen Trockenheit gewappnet.

Weiterführende Infos und Links

Die Expertinnen von „Mehr Grün am Haus – Spür das bessere Klima!“ der Verbraucherzentrale NRW bieten jeden ersten Mittwoch im Monat ein kostenloses Online-Seminar rund um Dach- und Fassadenbegrünung und zur Begrünung von Vorgärten an. Weitere Infos unter www.mehrgruenamhaus.de

Unter dem Klima im Wandel – schon vorgesorgt?“ finden Verbraucher:innen auch zu Bereichen wie Gesundheit, Vorsorge oder Starkregen konkrete Hilfestellung, wie sie ihre Lebensweise an das veränderte Klima anpassen können: www.verbraucherzentrale.nrw/klimaanpassung

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Beim Wasserkochen Geld sparen

Wussten Sie schon, dass sich beim Wasserkochen Geld sparen lässt?

Der Elektroherd verbraucht in der Küche den meisten Strom. Soll Wasser zum Kochen gebracht werden, lassen sich bis zu 30 Prozent Energie sparen, wenn das Wasser im Wasserkocher erhitzt wird. Wird eine größere Menge heißes Wasser für Nudeln oder Suppe benötigt, ist es sinnvoll das Wasser vorher im Wasserkocher zu erhitzen, um es im Anschluss bei kleinerer Stufe mit dem Kochgut weiter zu kochen. Das gilt für ein Glaskeramikkochfeld oder den E-Herd mit Gusseisenkochplatten. Dagegen kann das Induktionskochfeld mit dem Wasserkocher bei der Geschwindigkeit gut mithalten. Vor allem Kochplatten aus Gusseisen brauchen weit mehr Energie als Induktionsherde. Letztere arbeiten mit Magnetfeldern, so dass nicht erst die Platte erhitzt werden muss, sondern direkt der Topf. Lediglich der Gasherd ist beim Energieverbrauch noch günstiger als der Wasserkocher, wenn ein entsprechender Wasserkessel und die richtige Flammengröße genutzt werden.

Wird der Wasserkocher zur Aufbereitung genutzt, lässt sich dabei mit einfachen Maßnahmen Energie sparen, rät die Verbraucherzentrale NRW in Euskirchen. Empfehlenswert ist ein hochwertiger Wasserkocher mit Temperaturregelung. Wichtig ist das rechtzeitige Entkalken, da sonst das Wasserkochen deutlich länger dauert und der Stromverbrauch steigt. Und zu guter Letzt: Immer nur so viel Wasser kochen, wie tatsächlich benötigt wird.

Weitere Informationen und Links:

Weitere Tipps zum Stromsparen im Haushalt finden sich hier: www.verbraucherzentrale.nrw/node/67954

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Wenn die bestellte Ware nicht pünktlich ankommt

Diese Rechte haben Verbraucher:innen bei Lieferverzögerungen
Egal ob Fahrrad, Möbel oder elektronische Geräte: Bei vielen Produkten müssen sich Verbraucher:innen derzeit auf lange Lieferzeiten einstellen. Wenn angekündigte Liefertermine nicht eingehalten werden, wird aus einer anfänglichen Ungeduld irgendwann großer Frust. Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen erklärt, welche Rechte Verbraucher:innen haben und wie Betroffene am besten vorgehen.
 
- Lieferdatum im Kaufvertrag prüfen
Oft enthalten Kaufverträge keinen konkreten Liefertermin, sondern nur eine ungefähre Angabe, zum Beispiel “circa in drei Wochen” oder “ungefähr in Kalenderwoche 32”. In diesen Fällen müssen Verbraucher:innen den Händler durch eine Mahnung in Verzug setzen. Dies geschieht am besten per E-Mail oder nachweisbar per Einwurf-Einschreiben. Wenn im Kaufvertrag hingegen ein konkreter Liefertermin vereinbart worden ist, gerät der Händler automatisch in Verzug. Es handelt sich dann um ein sogenanntes Fixgeschäft.
 
- Nachlieferungsfrist setzen
Ist der voraussichtliche Liefertermin verstrichen, ohne dass die bestellte Ware geliefert wurde, können Verbraucher:innen eine angemessene Nachfrist zur Lieferung setzen verbunden mit der Androhung, vom Vertrag zurückzutreten, wenn auch diese Frist erfolglos verstreicht. Als angemessen wird in der Regel eine Frist angesehen, die die Hälfte der ursprünglich vereinbarten Frist beträgt - jedoch nicht weniger als 14 Tage. Wenn die ursprüngliche Lieferfrist beispielsweise drei Monate betrug, wären sechs Wochen eine angemessene Nachfrist. Dies nennt man juristisch Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung. Hierzu bietet die Verbraucherzentrale NRW einen Musterbriefgenerator an.
 
- Vom Vertrag zurücktreten
Verstreicht auch die Nachfrist, ohne dass eine Lieferung erfolgt, können Verbraucher:innen vom Vertrag zurücktreten und eine bereits geleistete Anzahlung zurückfordern. Vorab sollte überlegt werden, ob man die Ware bei einem anderen Händler tatsächlich schneller erhalten würde oder man auf die Ware ganz verzichten möchte.
 
- Schadensersatz fordern
Ein Anspruch auf Schadensersatz besteht nur, wenn ein materieller Schaden entstanden ist, der finanziell messbar ist, wie zum Beispiel Porto- oder Telefonkosten. Ersatz für nutzlos aufgewendeten Urlaub oder für entgangene Nutzungsmöglichkeit wurden bisher nur von einzelnen Gerichten anerkannt. Ein Prozess sollte daher nur riskiert werden, wenn eine Rechtsschutzversicherung die Prozesskosten übernimmt.
 
Bei Fragen rund um den Vertragsabschluss oder bei weiteren Problemen des Verbraucheralltag hilft die Beratungsstelle Euskirchen telefonisch unter 02251 506 45 01 oder per Email an .
 
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Vier Irrtümer über die sogenannte 24-Stunden-Pflege

Vielen Familien mit Pflegebedürftigen erscheint es als ideale Lösung: Eine Betreuung im eigenen Zuhause, rund um die Uhr gewährleistet durch ausländische Haushalts- und Betreuungskräfte, wie es von vielen Agenturen angeboten wird. Doch Vorsicht: „Das vermeintliche Rundum-Sorglos-Paket ist in der Regel eine Mogelpackung und die Werbung oft in doppelter Hinsicht irreführend“, sagt Monika Schiffer, Leiterin von der Beratungsstelle Euskirchen. Die Verbraucherzentrale NRW zeigt auf, welche Annahmen falsch sind und wie eine gute Betreuung zu Hause organisiert werden kann.
 
Irrtum 1: „24-Stunden-Pflege“ gilt rund um die Uhr
Die Bezeichnung „24-Stunden-Pflege“ ist verbreitet, aber falsch. Denn niemand kann, darf und soll 24 Stunden zur Verfügung stehen. „Das deut-sche Arbeitsrecht lässt eine durchgängige Tag-und-Nacht-Betreuung durch eine einzige Person nicht zu“, sagt Monika Schiffer. „Das Bundesarbeitsgericht hat im Juni 2021 in einem Urteil klargestellt, was schon lange gilt: Eine tatsächliche Rund-um-die-Uhr-Betreuung ist von einer Person alleine nicht zu leisten.“ Die Arbeitszeit, einschließlich der Bereitschaftszeit, darf durchschnittlich acht Stunden am Tag bei einer Sechstagewoche nicht überschreiten. Als Bereitschaftszeit gilt nicht der einzelne Einsatz, sondern zum Beispiel die ganze Nacht, wenn die Betreuungskraft nachts bei einem Toilettengang helfen soll, sich also an einem vom Arbeitgeber festgelegten Ort aufhalten muss, um im Bedarfsfall unverzüglich die Arbeit aufnehmen zu können.
 
Irrtum 2: „24-Stunden-Pflege“ ist Pflege und Betreuung
Die ausländischen Haushalts- und Betreuungskräfte, so der korrekte Fachbegriff, sind in der Regel keine ausgebildeten Pflegekräfte. Sie dürfen deshalb explizit keine medizinische Behandlungspflege übernehmen. Nur ausgebildete Pflegefachkräfte dürfen Verbände wechseln oder Spritzen geben. Im Pflegealltag sind in der Regel ambulante Pflegedienste dafür zuständig. Die Betreuungskräfte können lediglich grundpflegerische Tätig-keiten etwa beim Waschen oder Duschen übernehmen und im Alltag helfen, beim Essen und Trinken oder beim An- und Auskleiden. Sie erledigen Arbeiten im Haushalt wie kochen, putzen oder einkaufen. Die wichtigste Aufgabe jedoch ist die Betreuung. Die Betreuungskräfte lesen vor, begleiten bei Spaziergängen und nehmen mit der pflegebedürftigen Person Termine wahr. Sie ermöglichen so die Teilhabe am sozialen Leben.
 
Irrtum 3: „24-Stunden-Pflege“ gibt es von der Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung zahlt nicht für eine ausländische Haushalts- und Betreuungskraft. Pflegebedürftige können jedoch einen Teil dieser Kosten durch ihr Pflegegeld decken. Der Lohn muss mindestens dem deutschen Mindestlohn entsprechen, auch wenn die Kräfte von ausländischen Unter-nehmen nach Deutschland entsandt werden. Meist stammen die ausländi-schen Haushalts- und Betreuungskräfte aus Ost- oder Südosteuropa. Sie alle haben ein Anrecht auf sämtliche in Deutschland geltenden Arbeitneh-merschutzrechte und auf einen angemessenen Lohn, egal ob sie aus Polen, Rumänien oder aus der Ukraine kommen. Mehr Informationen zur Finanzierung und eine unabhängige Beratung zur Pflegeversicherung bieten Pflegeberatungsstellen der Kommunen oder Pflegestützpunkte.

 

Irrtum 4: „24-Stunden-Pflege“ macht andere Pflege überflüssig

Ausländische Betreuungskräfte können immer nur ein Baustein in der Ver-sorgung Pflegebedürftiger sein. Die Pflegeversicherung bietet jedoch Mög-lichkeiten für weitere Hilfen. Eine Unterstützung durch Verwandte, Nach-barn, Minijobber oder auch Betreuungsdienste ist möglich. Spätestens ab Pflegegrad 3 sollte ein ambulanter Pflegedienst eingebunden werden. Die-ser rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Wer mit Pflegegrad 2 bis 5 zu Hause von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn gepflegt wird, kann dafür das Pflegegeld verwenden, das je nach Unterstützungsbedarf gestaffelt ist.

Weiterführende Links und Infos:

  • Hotline zum Thema „Ausländische Haushalts- und Betreuungskräfte“: Tel. 0211 / 3809400, montags von 14-16:30 Uhr und mittwochs von 10-12 und 14-16:30 Uhr


Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 506 45 01
Fax: 02251 506 45 07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen

Unsere Beratungsstelle Euskirchen wurde durch das Starkregenereignis am 15.07.2021 komplett zerstört. Aufgrund der aktuellen Situation können bis auf weiteres keine persönlichen Beratungstermine in der Beratungsstelle stattfinden. Telefonisch und per Email sind wir erreichbar.

 

Warum Hamsterkäufe nicht nötig sind

In Deutschland gibt es genug Mehle und Speiseöle, Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen sind aber aktuell möglich

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat deutliche Auswirkungen auf die Versorgung mit Energie und Nahrungsmitteln – nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Welt. Das verunsichert viele Menschen. Eine Nahrungsmittelknappheit ist in Deutschland jedoch nicht zu befürchten. Bei Mehl, Speiseöl oder Kartoffeln gibt es genug Alternativen oder einen ausreichenden heimischen Anbau. Werden Produkte vermehrt gehortet, entstehen dagegen zusätzliche Engpässe, die die Preissteigerungen weiter anheizen können.

 

  • Sind Speiseöle wirklich knapp?
    Die Ukraine und Russland bauen mehr als drei Viertel der weltweiten Sonnenblumen an – die Ukraine allein rund die Hälfte. Wegen des Krieges und aufgrund von Hamsterkäufen gibt es daher kurzfristig Lieferengpässe bei Sonnenblumenöl, aber auch bei Rapsöl. Allerdings ist es problemlos möglich, auf andere Speiseöle zurückgreifen wie etwa Olivenöl. Es gibt ein großes Angebot aus anderen EU-Staaten, Kanada oder den USA, und Deutschland ist eines der Hauptanbauländer für Raps in der EU. Insgesamt sind allenfalls kurzfristig Engpässe zu erwarten. Die Verbraucherzentrale NRW Euskirchen rät dringend von Hamsterkäufen ab, denn sie erzeugen künstliche Engpässe, die wiederum die Preise nach oben treiben.

 

  • Wie steht es um Mehl und Brot?
    Die Ukraine und Russland sind normalerweise wichtige Weizenproduzenten. Die Preise von Mehl, Brot und Backwaren sind aufgrund des Krieges gegen die Ukraine bereits gestiegen und können noch weiter steigen, weil die deutschen Getreidepreise sich am Weltmarkt orientieren. Ein Mangel droht bei uns aber nicht. Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Getreideproduzent in der Europäischen Union und importiert kein Brotgetreide. Auch beim Mehl sind also keine Hamsterkäufe angebracht. Problematisch wird es vor allem für Länder, die sonst viel Weizen aus der Ukraine und Russland importieren. Die Vereinten Nationen warnen deshalb vor Hungersnöten in vielen Ländern Afrikas.
  • Was gilt bei Kartoffeln?
    Deutschland gehört mit Polen, Frankreich und Rumänien zu den wichtigsten Kartoffelproduzenten in der Europäischen Union. Der europäische Kartoffelanbau kann bei normalen, durchschnittlichen Erntemengen den Bedarf in der EU decken. Zwar sind die Preise seit Herbst 2021 aus verschiedenen Gründen teils stark gestiegen (schlechte Ernte, weniger Anbaufläche, Öffnung von Gastronomie und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung), aber im März dieses Jahres sind die Preise wieder gesunken. Perspektivisch ist mit der Frühkartoffelernte in Südeuropa (Mai) und später in Deutschland (Juni) eine deutliche Entspannung zu erwarten.

 

  • Wie hoch sind die Preise wirklich gestiegen?
    Die Daten des Statistischen Bundesamtes bestätigen, dass Nahrungsmittel teurer geworden sind. Zwischen 2019 und 2020 lag der Preisanstieg knapp unter 1,5 Prozent – im Januar 2021 dagegen insgesamt bei 5,6 Prozent. Zuletzt wurden Lebensmittel im Februar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat durchschnittlich um 5,1 Prozent teurer. Allerdings sind nicht alle Lebensmittel gleichermaßen davon betroffen. Und in den vergangenen 20 Jahren sind die Lebensmittelpreise deutlich weniger angestiegen als andere Lebenshaltungskosten. Noch im Jahr 2020 haben die Menschen in Deutschland durchschnittlich nur etwa 12 Prozent ihres Einkommens für die Ernährung ausgegeben. Das liegt deutlich unter den Werten in vielen anderen europäischen Ländern.

 

Weiterführende Infos und Links:

Mehr zum Thema im FAQ der Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/7178


Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 506 45 01
Fax: 02251 506 45 07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen

Unsere Beratungsstelle Euskirchen wurde durch das Starkregenereignis am 15.07.2021 komplett zerstört. Aufgrund der aktuellen Situation können bis auf weiteres keine persönlichen Beratungstermine in der Beratungsstelle stattfinden. Telefonisch und per Email sind wir erreichbar.